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Highfield 2015

Dieses Jahr haben uns glückliche Umstände aufs Highfield geführt. Wir sind älter geworden und haben uns deswegen entschieden erst Freitags zu fahren. Leider war es schon sehr sehr voll und erstaunlich schwer einen Platz zum Campen zu finden. Noch anstrengender wurde die Suche, da die Plätze extrem groß und kaum durch Wege unterteilt sind. Schließlich sind wir doch fündig geworden, zwei Minuten vom Gelände entfernt. Wir mussten uns also nicht mal aus unseren Stühlen bewegen um einige Acts zu hören.

Nach Einrichtung der Zelte brauchten wir erst mal eine kleine Abkühlung, glücklicherweise ist der Störmthaler See wie gemacht dafür. Für die Festivalbesucher wurde dabei nicht nur an einfaches Planschen gedacht sondern auch an Beachvolleyball, Tube Riding und noch einiges mehr. Gut erfrischt ging es dann ab zu Bilderbuch, die wir auf dem Splash knapp verpasst hatten. Wirklich ein gelungener Start ins Festival.

Dann ein bisschen Panteón Rococó und Frittenbude für zwischen durch.

Es hat mich sehr gefreut The Kooks mal wieder live zu sehen, eine angenehme schöne Show aber nicht besonders aufregend. Nach diesen recht anstrengenden Tag bin ich bei Clueso doch tatsächlich eingebutzelt, es war aber auch kaum zu ertragen, nicht besonders spannende Musik und als er dann angefangen hat zu rappen war ich sehr froh, zu schlafen.

Der kleine Power Nap tat sehr gut und machte mich für Materia wieder fit. Die klassische Materia Show sorgte richtig für Partystimmung so dass wir tanzten und danach müde aber glücklich in den Schlafsack fielen.

Am nächsten Tag, von der Wärme im Zelt geweckt, sehnten wir uns wieder nach Abkühlung im See.

Nach einem kleinen Mittagessen waren wir dann auch wieder bereit für Musik. Erstmal ein punkiger Beginn mit ZSK, leider war die Akustik nicht besonders gut, so dass man manche Texte kaum bis gar nicht verstanden hat. Leider war das nicht nur bei ZSK sondern auch bei einigen anderen Acts der Fall.

Naja aber das war ja erst der Beginn des Musikprogramms. Ich habe mal bei den 257ers vorbei geschaut, gar nicht meine Musik, aber es haben echt viele Leute gefeiert.

Ein richtiges Highlight waren danach The Gaslight Anthem, ein echt wunderschöner, gefühlvoller Auftritt.

Danach ein krasser Bruch mit Alligatoah. Ich fand, er lieferte mit „Was der Bauer nicht kennt“ ein wirklich gutes, klares Statement gegen Rechts, aber es ist traurig, wenn manche Menschen solche Kritik nicht verstehen. Neben mir standen vier erwachsene Männer von denen einer tatsächlich meinte: „Momentan kommen aber NUR Wirtschaftsflüchtlinge und das kann nicht sein.“ Traurig. Traurig.

K.I.Z. danach waren wie immer ziemlich gut, aber ich muss schon irgendwie sagen, sie waren nicht so gut wie sonst. Doch der Tag war noch längst nicht am Ende. Da waren noch The Offspring, eigentlich wollte ich nur ein paar Songs hören und dann schon mal zum Zelt, aber es war einfach zu gut. Es war der Auftritt, der in den drei Tagen meinen Gefühl nach die meisten Leute anlockte, es war wirklich richtig voll und die Stimmung war der Hammer, es gab gleich mehrere Moshpitts und ich wusste gar nicht mehr, das ich noch so viele Hits kannte.

Nach einem so guten Tag war natürlich noch nicht an schlafen zu denken, also ging ich noch mit einen Kumpel auf Zeltplatztour und es war unglaublich. Es gab eine riesen Cantina Band Zeltplatzdisco, es war so krass, eine Polonaise wie ich sie noch nie gesehen habe, es war so unglaublich geil. Aber das war noch nicht alles, es gab quasi eine offizielle Zeltplatzdisco in der nur Rockhits gespielt wurden, es war himmlisch, weswegen wir tanzten bis uns einfach die Augen zu fielen.

Der nächst Tag begann ebenso früh und es wurde Zeit einmal über die anderen Festivalgäste zu reflektieren. Leider gibt es kaum etwas zu sagen, es war alles ziemlich durchschnittlich. Viele junge Erwachsene, ein paar sehr alte Leute und Pärchen. Auch vom Kleidungsstil her war nichts besonders, einfach Durchschnitt. Etwas gehäuft kamen Mottoshirts und Jungsgruppen in einheitlichen Kostümen daher.

Die anderen Besucher wirkten auch nicht so, als hätten sie irgendein Interesse daran andere Festivals zu besuchen, nur dieser alljährlige Besuch beim Highfield.

Beschäftigen wir uns also lieber wieder mit der Musik.

Auf den Sonntag habe ich mich persönlich sehr gefreut. Erst Against Me!, die mich aber live nicht ganz so umhauen konnten. Dann The Subways die ich als absolute Festivalband einschätze und die ihren Ruf alle Ehre machten. Es wurden sogar Freunde begeistert die The Subways vorher nicht kannten.

Gleich im Anschluss noch die Donots, die mich mit einer aufregenden und persönlichen Performance wirklich begeistert haben.

Eigentlich hatte ich mich noch sehr auf The Wombats gefreut, doch leider konnte der Auftritt mir nicht die gute Stimmung vermitteln die ich sonst beim hören ihrer Songs empfinde. Vielleicht waren die schlechte Akustik oder auch das schlechte Wetter der Grund.

Danach stand für mich und meine Freunde nichts mehr auf dem Plan und Broilers mussten nun auch wirklich nicht sein.

Das schlechte Wetter und die fehlenden musikalischen Anreize drängten uns dann zum vorzeitigen Abzug vom Highfield

Gute Bands, herrlich frisches Wasser und eine unglaublich lange Cantina Band Polonaise werden mir im Gedächtnis bleiben, der fade Rest wird schnell verblassen. 


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